Unser Anliegen

Bewegung auf dem Wasser

Für junge Menschen mit und ohne Behinderung

Zusammen wollen wir Berührungsängste zwischen nicht behinderten und behinderten Menschen abbauen. Auf dem Wasser zählt nichts mehr als Teamgeist – sich aufeinander verlassen zu können und jeden als gleichwertiges Mitglied des Teams zu sehen. Mit unserer Hilfe lernen behinderte und nicht behinderte Kinder ihre ersten Schritte auf dem Wasser – mit Optimist, Jolle, Kanu, Floß und Kutter. Das stärkt ihr Vertrauen; nicht nur in die Elemente Wasser und Wind, sondern vor allem in sich selbst.

Egal, ob mit oder ohne Behinderung; an Bord des Schiffes sitzen wir alle „im selben Boot“.

Aktuelle Kooperationen:

  • GPS Wilhelmshaven
  • Lebenshilfe Wilhelmshaven-Friesland
  • Heilpädagogischer Zweig der Waldorfschule Evinghausen
  • Reviervertretung der Segelvereine
  • Netzwerk der Jugendleiter in Wilhelmshaven, Abteilung Segeln und Wassersport im Behinderten-Sportverband Niedersachsen

 

Leistungssegeln

Gute 30 Jahre ist es nun her, da entstand die Klasse „2.4mR“, die kleinste Klasse der Metre-Rule Boote. Sie erfreut sich vor allem in Europa, den USA und Australien immer größerer Verbreitung und ist seit dem Jahr 2000 auch eine offizielle paralympische Klasse.

Das Besondere: In dieser Klasse treten Seglerinnen und Segler jeden Alters, mit und ohne Behinderung gegeneinander an. Ermöglicht wird dies durch die verschiedenen Steuerungsmöglichkeiten der Boote. Sie lassen sich entweder per Fußpedal oder Handsteuerung lenken. Über 50 Seglerinnen und Segler sind bereits Teil der deutschen Flotte und nehmen an nationalen und internationalen Regatten teil.

Auch wir von der Segelkameradschaft Klaus Störtebeker Wilhelmshaven e. V. sind zusammen mit der Abteilung Segeln und Wassersport im Behindertensportverband Niedersachsen Teil der deutschen Flotte und freuen uns über Zuwachs!

 

Ausbildung

Spaß, körperliche Fitness, ein Hauch von Freiheit und Abenteuer oder auch sportlicher Ehrgeiz – das mögen Gründe dafür sein, warum das Segeln sich zu einer Freizeitbeschäftigung entwickelt hat, die überall begeisterte Anhänger findet.

Niemand sollte sich jedoch in ein Boot setzen und einfach lossegeln – ohne gründliche theoretische und praktische Ausbildung läuft hier nichts; dazu sind die Gewässer mittlerweile viel zu befahren. 
Um praktische Segelerfahrungen zu sammeln, ist es nicht notwendig, ein eigenes Boot zu besitzen. Es ist sogar sinnvoller, zunächst als „Vorschoter“ mit einem erfahrenen Steuermann zu segeln. Erst wenn man sich absolut sicher ist und sich allen Situationen gewachsen fühlt, sollte man alleine segeln.

Deshalb bieten wir allen wassersportinteressierten Mitgliedern die Möglichkeit, die notwendigen Befähigungsnachweise bei uns im Verein in Zusammenarbeit mit der Wassersportschule Kapitän Kruse zu machen. Hierzu gehören: Sportbootführerschein „SEE“ und „Binnen“, Segelschein „SKS" Motor und Segel, UKW-Seefunk „SRC" Küste & See und "UBI" Binnen.

 

Physiosail

Segeln als Therapieform – eine Alternative in der physiotherapeutischen Behandlung

Was genau versteht man unter physiosail? Es ist eine Segeltherapie, entwickelt von Christina Groll, für Erwachsene und Kinder mit Behinderung. Viele Menschen mit (körperlichen) Beeinträchtigungen sind – und das häufig zeitlebens – auf Therapien wie beispielsweise Physiotherapie angewiesen, um ihre gesundheitliche Situation zu verbessern, den Status quo zu halten oder Verschlimmerungen und Nebenerkrankungen zu vermeiden oder zu verzögern. Reguläre Therapieformen bergen häufig das Risiko von Motivationsschwierigkeiten, vor allem dann, wenn der Gesundheitszustand aufgrund der Krankheitscharakteristika nicht verbessert werden kann. Genau hier geht physiosail einen alltags- und freizeitbezogenen Weg der Therapie – außerhalb des klassischen physiotherapeutischen Settings. physiosail verfolgt zwei Ziele: zum einen, Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen an den Segelsport als Freizeitaktivität heranzuführen und zum anderen, den Segelsport als Basis für die Physiotherapie zu nutzen.

Australien als Vorreiter

In „Down Under“ ist Segeln als Freizeitangebot für Menschen mit Behinderung – auch solchen, die unter schwersten Behinderungen leiden – stark verbreitet. Da das Segeln dort jedoch ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern angeleitet wird, die keine therapeutischen Kompetenzen haben, ist es häufig ein „Mitsegel“-Angebot und sowohl das selbstständige Segeln als auch die therapeutischen Effekte bleiben auf der Strecke.

Wissenschaftlich belegt

Studien von Groll (2010, 2012) haben gezeigt, dass Segeln einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität, die Handfunktion und das Gleichgewicht von Schlaganfallbetroffenen hat. Die Teilnehmenden sind aufgrund der komplexen Anforderungen beim Segeln darauf angewiesen, alle vorhandenen (Rest-) Funktionen ihres Körpers optimal auszunutzen und Ressourcen zu aktivieren, die im alltäglichen Leben und den klassischen Therapieformen eine untergeordnete Rolle spielen. Außerdem werden durch physiosail die körperliche Aktivität sowie das Gleichgewicht und die Rumpfstabilität gefördert. Das Segeln führt nach Einschätzung der Experten zu einer Steigerung des Selbstbewusstseins und der Zufriedenheit – ein besonders wichtiger Aspekt für Menschen, die sich im Alltag mit einer Welt konfrontiert sehen, die nicht für sie ausgelegt ist. Weiterhin bekommen die Teilnehmenden die Möglichkeit, eine Aktivität auszuüben, die sie sich zuvor nicht zugetraut haben. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass sie, trotz ihrer teils massiven Beeinträchtigungen, mit Nichtbehinderten konkurrieren können

An wen richten sich unsere physiosail-Kurse?

Erwachsene und Kinder mit:

  • Halbseitenlähmung (Hemiplegie, z. B. nach einem Schlaganfall)
  • Querschnittslähmung (Paraplegie, Tetraplegie)
  • Multiple Sklerose
  • Amyotrophe Lateralsklerose
  • Muskeldystrophie
  • (infantile) Zerebralparese
  • andere neurologische Erkrankungen
  • Amputationen
  • Fehlbildungen (Dysmelie, Amelie)
  • Andere Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Sehbehinderungen